Manche Pflanzen sind weit mehr als Dekoration – sie tragen Bedeutungen, Symbole und Geschichten in sich, die Generationen überdauert haben. In vielen Kulturen weltweit existieren überlieferte Vorstellungen über Unglückspflanzen, die angeblich Disharmonie, Pech oder negative Energie ins Haus bringen sollen. Ob man diesen Volksglauben nun ernst nimmt oder nicht: Die Geschichten dahinter sind faszinierend und sagen viel über unser Verhältnis zur Natur aus.
Welche Pflanzen als Unglücksbringer gelten
Die Liste der Pflanzen, denen ein schlechter Ruf anhaftet, ist überraschend lang. Die Begonie etwa steht in manchen Traditionen für Streit und Zwietracht innerhalb der Familie. Wer sie im Wohnzimmer aufstellt, soll angeblich häufiger Konflikte erleben. Ähnliches wird über die Plumeria erzählt: In verschiedenen asiatischen Kulturen gilt diese Pflanze trotz ihrer betörend duftenden Blüten als Unglücksbote. Ältere Generationen warnen bis heute davor, sie im Garten zu pflanzen.
Das Philodendron wiederum wird in einigen südamerikanischen Überlieferungen mit Armut und negativen Schwingungen in Verbindung gebracht. Noch eindeutiger ist das Image des Oleanders: Die Pflanze ist nicht nur giftig, sondern gilt in mehreren europäischen Traditionen als Symbol für Trauer und Unglück. Mancherorts wird sie sogar mit Beerdigungen assoziiert. Und dann ist da noch der Kaktus – beliebt als pflegeleichter Zimmergefährte, aber in manchen Kulturen mit Einsamkeit und Isolation verbunden. Der Volksglaube besagt, wer einen Kaktus besitze, ziehe soziale Kälte in sein Leben.
Volksglaube und Aberglaube rund um Pflanzen
Die Wurzeln dieser Überzeugungen liegen oft tief in der mündlichen Überlieferung. Menschen beobachteten über Generationen hinweg, dass nach dem Einzug bestimmter Pflanzen ins Haus schlechte Ereignisse eintraten – Krankheiten, Streit, wirtschaftlicher Niedergang. Ob Zufall oder nicht: Diese Erfahrungen setzten sich fest und wurden weitererzählt, bis aus persönlichen Anekdoten kollektive Mythen wurden.
Besonders überraschend ist der Fall der Lavendelpflanze. Obwohl sie in der westlichen Welt für Ruhe und positive Energie steht, gibt es Regionen, in denen alte Überlieferungen sie mit dem Anlocken böser Geister verbinden. Diese Widersprüchlichkeit zeigt, wie sehr kultureller Kontext die Wahrnehmung von Pflanzen prägt. Was in einem Land als Glücksbringer gilt, kann anderswo als Warnsignal betrachtet werden.
Ähnlich verhält es sich mit winterblühenden Pflanzen: In einigen Traditionen gelten sie als schlechtes Omen, weil das Blühen in der kalten, dunklen Jahreszeit als unnatürlich und unheilverkündend empfunden wird. Stachelige Pflanzen hingegen – allen voran der Kaktus – sollen laut Volksglauben Beziehungen und soziale Bindungen beschädigen.
So vermeidet man Unglückspflanzen im Haus und Garten
Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte sich vor der Anschaffung einer neuen Pflanze über deren symbolischen Hintergrund informieren. Das bedeutet nicht, jeder Überlieferung blind zu folgen – aber das Wissen darüber macht die Wahl bewusster und informierter. Einige Pflanzen gelten hingegen kulturübergreifend als Glücksbringer und Energiespender:
- Friedenslilie – Symbol für Reinheit und positive Energie
- Rosmarin – in vielen Kulturen mit Schutz und Wohlstand verbunden
- Farn – gilt als Bringer von Glück und harmonischer Atmosphäre
Neben der Pflanzenwahl spielt auch die Aufstellung im Raum eine Rolle. Pflanzen, die als energetisch belastend gelten, sollten nicht in Schlaf- oder Wohnbereichen platziert werden – zumindest dann nicht, wenn man den entsprechenden Überlieferungen etwas abgewinnen kann.
Pflanzen als Spiegel unserer kulturellen Identität
Letztlich zeigt der Blick auf Unglückspflanzen und Volksglauben etwas Tiefgründiges: Pflanzen sind für Menschen nie nur Botanik gewesen. Sie sind Bedeutungsträger, Symbole und Gesprächspartner, in die wir unsere Ängste, Hoffnungen und Erfahrungen eingeschrieben haben. Auch wenn die Wissenschaft keine Belege für den negativen Einfluss einer Begonie oder eines Kaktus liefert, lohnt es sich, diese Überlieferungen zu kennen. Denn ein Garten oder ein Zuhause ist immer auch ein Ausdruck dessen, wer wir sind – und was wir glauben.
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